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Lange Zeit dachte ich, ich bin immun gegen diese lästige Handy-Sucht. Aber leider bin ich seit etwa zwei, oder sind es schon drei?, Jahren ebenfalls davon befallen. Nachdem ich eine Weile aktiv war und mich anschließend ausgeruht habe, aber noch nicht genug, um schon wieder aufstehen und etwas tun zu können, da passiert es: Ich greife zum Handy. Ganz automatisch schon. Ohne etwas bestimmtes zu wollen. Nein, das stimmt nicht ganz, natürlich auch, um etwas Bestimmtes zu wollen, aber viel zu oft einfach so. Mal gucken. Und schwupps, ist eine Viertel- oder halbe Stunde dafür draufgegangen und das bedeutet auch oft: Jetzt erst mal wieder ausruhen, bevor ich aufstehen kann.
Um diese lästige Angewohnheit zu verändern, habe ich schon ein paar Sachen ausprobiert. Das Handy ausschalten. Funktioniert ...
7 Kommentare
Es finden Feierlichkeiten zu 250 Jahren amerikanischer Unabhängigkeit statt, am 5.7. ist mal wieder der Digital Independence Day und vor einem Jahr habe ich zum Projekt Buycott amerikanischer Produkte berichtet. Guter Zeitpunkt also für ein Update. Schlecht nur, dass es nicht nur keine Fortschritte, sondern Rückschritte zu berichten gibt. Aaaarrrgghhh.
- Facebook-Konto nicht gelöscht, weil der facebooklose Mann just da meinte, er könne über Facebook einen Kontakt zu einer alten Freundin aktivieren. Die sich leider seitdem noch nicht wieder bei Facebook eingeloggt hat, aber wer weiß? Vielleicht ja dann, wenn sie ihren Account schließen will? - YouTube finde ich nach wie vor alternativlos und obendrauf habe ich dort jetzt einen eigenen Account … weil es mit meiner Blogsoftware nicht anders möglich war, Audiodateien zu veröffentlichen (Tanz in den Mai). - Netflix und Spotify immer noch gern genutzte Anbieter. Und demnächst sogar wieder Amazon, denn Clarkson´s Farm will ich nicht verpassen. - Ich komme mit keiner getesteten Map-App klar. Google-Maps bleibt für meine Zwecke die einzig sinnvoll nutzbare. - Zu meinem großen Ärger musste ich zurück zur Microsoft-Cloud, weil die gmx-Cloud nicht mit den Windows-Updates auf meinem Laptop kompatibel ist. - Die Nutzung unserer Microsoft-Office-Lizenz auf dem Laptop funktioniert nach Jahren wieder. Zuvor war ich gezwungenermaßen bei Libre Office. Und was soll ich sagen, ich bin tatsächlich schwach geworden. Ist mir in der Nutzung so viel geläufiger. - Der KI-Chatbot von Mistral hat sich für meine Nutzungszwecke in eine ungünstige Richtung entwickelt. ChatGTP ist deutlich besser und daher nun meine erste Wahl. - Letztes Jahr hatte ich bei meiner Aufzählung Fitbit vergessen - gehört ja Google und heißt jetzt dementsprechend Google Health. So lange die Uhr funktioniert, werde ich sie nicht tauschen. Sie war damals die einzige, die an ein schmales Handgelenk passt. Damit sind wirklich EINE MENGE der von mir als MACHBAR eingestuften amerikanischen Produkte wohl doch eher SCHWIERIG oder UNMÖGLICH. Hier zur Tabelle. Wie frustrierend. Irgendwie findet sich die Entwicklungsrichtung der globalen und nationalen Politik auch in meinen privaten Bemühungen wieder! Stillstand und Backlash allenthalben. Falls das hier also jemand liest, der oder die aufmunternde Hinweise geben möchte … bitte gerne. Ich war wohl zu optimistisch. Ich leide an ME/CFS und kann alle Forderungen der "Initiative Liegenddemo" nur unterschreiben:
Versorgung, Aufklärung und verbindliche, wirksame Forschung Während Karl Lauterbach sich glaubhaft einsetzte, ist dies m.E. bei Nina Warken leider nicht der Fall. Ab dem 9. Mai wird überall in Deutschland demonstriert, hier die Termine und Orte. Ich selbst kann die Wohnung nicht verlassen, deshalb freue ich mich sehr, wenn an meiner Stelle liegend demonstriert wird. Vor ungefähr drei Jahren habe ich angefangen, mir das Klavierspielen selbst beizubringen. Unterstützung hatte ich durch diverse Klavierlernbücher und nicht wenige Videos aus dem Internet. Und wer mich bislang noch nicht hat vorspielen hören, kann dies heute tun: Ich lade herzlich ein zum Klaviervorspiel "Tanz in den Mai" mit fünf kurzen (tanzbaren) Stücken.
Hier entlang bitte. Eintritt ist frei. Weil es mir mein Bloganbieter etwas schwer gemacht hat, gibt es die Stücke nun auch auf dem extra dafür angelegten YouTube-Kanal @foodforthought-karo. Dort dann vielleicht leichter wieder aufzufinden (sonst gibt´s ja nix auf dem Kanal) und außerdem mit der Möglichkeit, mir einen "Daumen hoch" zu geben! Allerdings fehlen dort die Begleittexte zu den Stücken, die gibt es nur im Blog. Ich hatte mir den März anders vorgestellt, nämlich so, dass ich bei den ersten schönen wärmenden Sonnenstrahlen ein bißchen spazierenfahre. Und dann ergibt sich darüber etwas, über das ich blogge. Also zum Beispiel über mein Gefährt, den E-Scooter und wie es so ist, damit herumzufahren. Aber ich war praktisch den gesamten März über kränklich mit einer Erkältung und frische Luft machte es nur schlimmer, also bin ich in der Wohnung geblieben und habe viel im Bett gelegen. (Ja klar, das mache ich sonst auch, aber eben noch viel mehr) und so gibt es für diesen Monat ein Blogartikel mit Links ins Internet, die meine Laune heben können und an denen ich mich erfreuen kann. Vielleicht ist ja was für dich dabei.
Hier geht es zu den Links und einer kurzen Beschreibung. Ich betreibe diese Form des Fitnesstrainings schon seit einigen Jahren und gebe erstmal ein paar Erläuterungen, wie das ganze angefangen hat. Ausgangspunkt war meine schwere chronische Erkrankung, wegen der ich damals den ganzen Tag im Bett liegen musste. Nur um auf die Toilette zu gehen, bin ich aufgestanden. Das waren 25 Schritte hin und 25 Schritte zurück vom Bett ins Bad und vor einigen Jahren das Maximum meiner Möglichkeiten; nach diesen 50 Schritten legte ich mich wieder hin, hatte Herzrasen, fing an zu schwitzen und musste mit offenem Mund atmen - also ungefähr so anstrengend wie wenn ein gesunder Mensch einige Treppenabsätze hoch sprintet. (Die Krankheit heißt ME/CFS und die Erschöpfung nach "Anstrengung" PEM). Aber dank der Selbstheilungskräfte ging es mir nach und nach besser und schließlich konnte ich ins Badezimmer gehen, zusätzlich Zähne putzen und wenn ich mich wieder ins Bett legte war ich kaum noch erschöpft. Und das war dann wohl der Zeitpunkt, an dem ich anfing, mich beim Zähneputzen am Waschbecken festzuhalten und einige Übungen zu machen wie z.B. auf einem Bein stehen oder auf die Zehenspitzen wippen. Durch die mehrjährige Bettlägerigkeit war meine Muskulatur ja stark geschrumpft. Und als ich auch diese Übungen machen konnte, ohne danach eine Viertelstunde lang hechelnd und schwitzend im Bett zu liegen, war es dann soweit und ich kam auf die ultimative Idee: auch noch auf dem Weg zurück vom Bad ins Schlafzimmer eine kleine Fitnesseinheit einzulegen. Also schwang ich auf dem Rückweg munter mit den Armen oder drückte mich bei jedem Schritt kräftig vom Boden ab, hob die Knie ge, was mir da so einfiel. Und siehe da, es machte mir mordsmäßig Spaß. Ich hatte unweigerlich ein Lächeln im Gesicht. Da war neben der reinen Bewegungsfreude natürlich auch die Freude über meine Fortschritte bei der Genesung, aber auch eine gewisse Lächerlichkeit bei der Fortbewegung, die ich nicht abstreiten kann. Und dann fiel mir auch das hier wieder ein: Das spornte mich durchaus an, auch wenn John Cleese´s Fähigkeiten völlig außerhalb meiner sportlichen Möglichkeiten lagen.
Und nun, nach jahrelanger Erfahrung mit dieser hervorragenden Methode, welche Fitness steigert und Stimmung hebt, möchte ich sie euch wirklich empfehlen. Anfänger:innen starten am besten in der eigenen Wohnung, immer dann wenn sie sich vom Bett oder Stuhl erheben und ein anderes Zimmer ansteuern. Gegenstände in der Hand werden unproblematisch in die Übung eingebaut, sei es schwingend oder über dem Kopf tragend. Man kann sie natürlich auch betont würdevoll, ähnlich wie Schirme und Aktentaschen transportieren, während die Füße und Beine sich abmühen. Woher die Bewegungsimpulse nehmen? Ich glaube, das ist gar nicht so schwer, wenn man einfach loslegt und es dem Körpergedächtnis überlässt. Irgendwelche Fitnessübungen fallen dem Kleinhirn da schon ein. Da diese häufig im Stehen und eben gerade nicht in einer horizontalen, sich fortbewegenden Weise eingeübt wurden, ergibt sich automatisch ein gewisser Spielraum für Kreativität. Man denke z.B. an einen sich fortbewegenden Hampelmann. Vorwärts oder lieber seitwärts? Aber es muss überhaupt gar keine Fitnessübung sein. Man kann natürlich auch einem aktuellen Ohrwurm folgen und sich in Tanzschritten fortbewegen. Fortgeschrittene können dann die Gegebenheiten der Wohnung in die Bewegungsabläufe einbauen: z.B. unsichtbare Hindernisse an jeder Türschwelle überwinden (das mache ich wirklich gerne). Günstig ist dabei, dass alle Schwierigkeitsgrade individuell festgelegt werden können, also je nach Fitnessgrad die Knie möglichst hoch anheben oder den Türbalken ergreifen und mit Klimmzug durchschwingen (also ich bin da noch bei ersterem). Oder die Spülmaschinen-Befüllung und -Leerung mit Ausfallschritten. Wem solche Übungen keinen Spaß machen, empfehle ich einen Marionetten-Gang, also möglichst wie Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer fortbewegen. Oder die Nachahmung von Tieren - da gibt es ja viele Möglichkeiten von Amöbe bis Zitteraal. Und schließlich die Profi-Variante: das ganze auf dem Weg zum Supermarkt. Oder zum Kopierer im Büro. Wobei ich gestehen muss, dass ich selbst nicht anpeile, Profi in diesem Sport zu werden. Aber es gibt doch immer ein paar Ehrgeizige. Nur zu. So wird sich dies auch zum neuen Trendsport entwickeln können, wenn es in der Öffentlichkeit praktiziert wird. Ich denke, es hat mindestens so großes Trendpotenzial wie Steckenpferd-Reiten. Damit ist #FitnessToGo natürlich überhaupt nicht zu verwechseln, Steckenpferd-Reiten basiert wie Dressur- und Springreiten auf bestimmten Bewegungsabläufen, die zu perfektionieren sind, es geht um Leistung nicht um kreative Lächerlichkeit. Dass Fitness to go-Betreiber:innen manchmal auch auf unsichtbaren Pferden durch die Wohnung (oder zur Bushaltestelle) reiten, ist nur eine zufällige Überlappung. Es gibt natürlich bereits zahlreiche Ideen und Konzepte, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen (die oft nicht funktionieren). Ich erinnere mich z.B. an Vorschläge von Hebammen, beim Autofahren an jeder roten Ampel den Beckenboden aktiv anzuspannen (als ob rote Ampeln an sich nicht schon schlimm genug wären). Oder Vorschläge, die Mittagspause mit Bürostuhlgymnastik zu verbringen, in Warteschlangen mit den Füßen zu wippen, vor dem Fernseher zu hula-huppen usw. Diese Ansätze haben aber alle mit #FitnessToGo gar nichts zu tun. Sie unterscheiden sich nämlich in einem wesentlichen Punkt: es sind alles Pausenfüller und brauchen daher eine immens große Motivation, die Pause nicht irgendwie gemütlich relaxend oder vor sich hin dämmernd und somit regenerierend zu verbringen, sondern stattdessen aktiv etwas zu tun. Was ich praktiziere und weiterempfehle ist eine Bewegung, die sowieso stattfindet, nur leicht zu verstärken und auszubauen. Aber das macht motivationstechnisch einen riesigen Unterschied! Genau genommen ist die Fitness ja nur ein Nebenprodukt. Im Vordergrund steht, mehr Freude im Alltag zu erleben. Und das funktioniert mit gewollt oder ungewollt lächerlichen Bewegungen ausgesprochen gut. Probiert es doch einfach mal aus. Heute möchte ich etwas über einander bedingende Gegensätze schreiben – das passt halbwegs zum Monat Januar. Dieser ist benannt nach dem römischen Gott Janus, dem Hüter der Übergänge, der Schwellen und Türen, des Anfangs und des Endes. Anfang und Ende sind ein Beispiel für einander bedingende Gegensätze, auch bekannt unter dem Begriff Polarität.
Aufmerksam wurde ich auf dieses Thema durch den YouTube-Kanal von Emmy van Deurzen. Sie ist Philosophin und existenzielle Psychotherapeutin aus England. Sie spricht davon, „mit den dynamischen Kräften des Lebens zu arbeiten“. Ihren etwa 15-minütigen Input fand ich interessant, aber auch verwirrend. Als ich versuchte, mich im Internet darüber schlau zu machen, was Philosophen zum Thema Polarität geschrieben haben, musste ich feststellen, dass sehr viele Philosophen sehr Unterschiedliches dazu gesagt haben. Es scheint sich um ein wichtiges Thema zu handeln, mit dem sich bekannte Denker wie Heraklit, Aristoteles oder Hegel beschäftigt haben. Aber allein schon die irgendwie ähnlichen oder doch ganz verschieden gemeinten Begriffe wie Polarität, Dualität, Dichotomie, Gegensatz, Dialektik zu verstehen ist wohl eine Lebensaufgabe. Die folgende Begriffsbestimmung des Philosophen Romano Guardini fand ich immerhin einleuchtend. Nah genug an meiner bisherigen Auffassung und schön kurz: „Gegensatz bedeutet, dass zwei Momente, deren jedes unableitbar, unüberführbar und unvermischbar in sich steht, doch unablöslich miteinander verbunden sind; ja nur gedacht werden können an und durcheinander.“ Polaritäten sind demnach komplementär, nicht vollständig widersprüchlich, sondern besitzen ein eigentümliches „Verhältnis von relativer Ausschließung und zugleich relativer Einschließung“. Was mich jedoch immer wieder verwirrt: Warum existieren manche Polaritäten als Spektrum mit vielen Zwischenstufen, andere hingegen nicht? Kann ein echtes komplementäres Verhältnis mit vielen Zwischenstufen existieren? Gibt es echte und Pseudo-Polaritäten? Hier einige typische Beispiele von Polaritäten in der Natur:
Van Deurzen spricht – was mich allerdings noch mehr verwirrt – von Paradoxien. Gemeint ist damit nicht nur, dass die Existenz des einen Pols von der Existenz des anderen abhängt, sondern auch, dass es oft hilfreich ist, den einen Pol anzustreben, um den anderen zu erreichen – sich also kontraintuitiv und scheinbar paradox zu verhalten. Möchte ich, dass man mir zuhört, muss ich selbst nicht nur sprechen, sondern auch zuhören. Möchte ich glücklich sein, darf ich nicht nur Glück anstreben, sondern muss auch loslassen können. Möchte ich von anderen Menschen etwas bekommen, muss ich auch bereit sein, etwas zu geben. Es gibt auch Beispiele, die zeigen, dass es gar nicht möglich ist, nur den einen Pol zu leben: Möchte ich mein Wissen erweitern, werde ich unweigerlich wahrnehmen, was ich alles noch nicht weiß. Mein Nicht-Wissen wächst also ebenfalls. Mitgefühl kann ich nur dadurch entwickeln, dass ich selbst etwas durchlitten habe. Die übergeordnete Lebensweisheit lautet daher: Lebe nicht einseitig nur einen Pol. Mit Sowohl-als-auch gelingt ein Leben besser als mit Entweder-oder. Diese Lebensweisheiten stimmen meiner Erfahrung nach. Aber haben sie wirklich etwas mit komplementären Gegensätzen, wie es sie in der Natur gibt, zu tun? Nur weil zwei Dinge miteinander zusammenhängen, muss es ja nicht eine zugrundeliegende Polarität geben. Zuhören und Sprechen erscheinen mir weniger als zwei Gegensätze, die sich gegenseitig bedingen, um zu existieren, sondern Menschen empfinden es als ein gutes Gespräch, wenn beides vorkommt - und die Existenz hängt doch davon ab, ob sich Menschen für das Zuhören entscheiden. Eine menschliche Entscheidung kann doch nicht mit einem Naturphänomen wie dem Magnetisms mit seinen zwei Polen gleichgesetzt werden, oder? Es ist doch vermutlich eher so, dass in so einem unübersichtlichen Leben, in dem einem alles mögliche zustoßen kann und in dem man weitaus weniger Macht und Kontrolle hat, als man gerne hätte, dieses Unübersichtliche und Ungerechte nach nachvollziehbaren geordneten Gesetzen klingen soll. Die Polaritäten in der Natur wechseln sich ja brav und vorhersehbar ab. Die im (zwischen)menschlichen Leben leider nicht. Außerdem gilt doch auch: Wer zu viel Leid erfährt, entwickelt kein Mitleid, sondern wird zu einem, der selbst Leid verursacht. Es gibt doch häufig ein Prinzip der Goldenen Mitte. Und wie passt das mit den paradoxen polaren Prinzipien zusammen? Nach vielem Nachdenken bleibe ich verwirrt. Gegen Lebensweisheiten an sich habe ich nichts einzuwenden. Meine eigene Erkenntnis aus den letzten Jahren lautet: Weniger ist mehr. Damit meine ich vor allem: Weniger tun bedeutet mehr erleben. Schade nur, dass ich mich selbst gar nicht daran halte und trotzdem munter immer mehr möchte. Diese Einsicht ist (oder klingt?) natürlich auch paradox – besonders in einer kapitalistischen Welt, die von ständiger Steigerungsideologie geprägt ist. Auch hier gibt es ein polares Phänomen: Ruhe und Erregung. Oder ist am Ende Mehr und Weniger selbst auch eine Polarität? Da fällt mir ein: Gibt es Polaritäten bei Substantiven (Strukturen), Verben (Prozesse) und Adjektiven / Adverben (Eigenschaften)? Eines ist jedenfalls klar: die Polarität bei Fragen und Antworten ist nicht vollständig oder ausgeglichen - es gibt mehr Fragen als Antworten. Frau Brüllen fragt "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" und sammelt auch die Antworten.
7 Uhr, der Wecker klingelt, gilt aber nicht für mich, gemütlich umdrehen und noch weiter dösen. 8:15 Uhr wach und meine Fitbit App checken, die mir sagt mein Schlaf sei mäßig gewesen, 79 Punkte Schlafindex. Ich fand meinen Schlaf gut, ab 80 gilt der Schlaf wohl auch offiziell als gut. Die App empfiehlt mir heute zu trainieren - wo bitte kann ich Empfehlungen dieser Art abstellen?? Anscheinend gar nicht. Grmpf. Leckeres Frühstück mit aus Süddeutschland importiertem Bauernbrot. Geht direkt über in die erste Zwischenmahlzeit mit leckeren Feigen und Apfelschnitzen. Beides aus dem eigenen Garten! Tageszeitung und Blogs lesen. Kalenderblatt gestern nicht umgedreht, deshalb sind heute zwei Kunstwerke zu betrachten. Vormittags ein Billardsalon von Edgar Degas (tolle Perspektive), nachmittags dann ein Elbschiff im Frühnebel von Caspar David Friedrich. Auch sehr schön. Passt aber gar nicht zum Wetter heute, sonnig und mild. Möchte das Fenster öffnen, aber just in dem Moment fängt der Laubbläser auf der anderen Straßenseite an zu lärmen. Immerhin nicht morgens um sieben. Klavier üben. Bald kann ich zwei Stückchen mehr, bin kurz davor, sie fehlerfrei spielen zu können. Das ist sehr befriedigend. Auf in mein Nähzimmer. Das Regenjacken-Ärmelkürzungsprojekt habe ich schon vorgestern frustriert beiseite gelegt. Heute also irgendwas anderes machen. Werde heute insgesamt vier kleine Sachen machen, bin anscheinend in kreativer Anfangsstimmung. Eine Sache kann ich beenden, auf das andere freue ich mich dann schon morgen. Die zwei weiteren kommen irgendwann mal wieder dran. Leckeres Mittagessen mit Linseneintopf und Würstchen. Weiter geht es mit Pausen und den Nähprojekten. Feigentrocknungsprozess auf der Heizung checken. Alles gut, kein Schimmel. Mit Sohn unterhalten, leider nicht alles gut, muss mich über die Schule ärgern. Dann noch lesen und Abendbrot mit Familie. Halbe Paprika zu Mini-Salat schnippeln, Himbeeressig ist gerade der neue Trend. Zitronensaft im Kühlschrank stehen sehen, achja, ich hatte ja eigentlich Lemon Curd machen wollen. Leider heute schon wieder zu satt für einen Bratapfel. Dabei wartet der schon ausgestochen darauf in die Mikrowelle geschoben zu werden. Blogartikel diktieren und Fitbit checken. 1.675 Schritte, das ist gut. Schlafen gehen. (Wer mich nicht kennt und hier zum ersten Mal liest: ich habe seit 8 Jahren ME/CFS und kann die Wohnung nicht verlassen, weil ich ständig Ruhepausen einlegen muss.) WmdedgT - Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Eine Frage, die sich eine ganze Reihe von Leute stellen und gegenseitig beantworten. Hier nachzulesen.
Ich habe die Frage heute zum Anlass genommen, mir noch eine weitere Frage selbst zu beantworten, die mich schon eine Zeit lang interessiert: wie viele Stunden verbringe ich außerhalb des Bettes? Wie häufig stehe ich auf und kann aktiv sein und wie viele Ruhepausen lege ich ein? Also habe ich das mal protokolliert und versucht mich ganz unbeobachtet zu fühlen und normal zu verhalten. Kleiner Hinweis: das ganze nennt sich Pacing und ist eine notwendige und hilfreiche Maßnahme bei ME/CFS. 8:30 aufgewacht und am Handy gelesen 8:50 aufgestanden, gefrühstückt und aufgeräumt; zu blöd gewesen Batterien richtig herum ins Thermostat einzusetzen, Wohnzimmer blieb heute deshalb ziemlich kühl 9:30 Ruhepause 9:50 am Handy gelesen 10:10 Ruhepause 10:35 im Bett telefoniert, aufgestanden, gewaschen und angezogen 11:15 Ruhepause, kurze Unterbrechung um Tochter zu begrüßen 12:25 aufgestanden und gemeinsam Mittag gegessen 12:55 Ruhepause 13:45 aufgestanden und Tochter zum Packen gedrängt, packen geholfen, aufgeräumt 14:20 Ruhepause 14:50 aufgestanden, Reiseproviant vorbereitet, Tochter verabschiedet 15:25 im Bett gelesen 15:50 Ruhepause 16:20 aufgestanden, Gartenäpfel sortiert, mitgebrachte Gartenschnecke im leeren Eimer vor die Wohnungstür ins Treppenhaus gestellt, in der Hoffnung, jemand anderes kümmert sich 16:25 im Bett YouTube Mittelalterdoku geschaut 16:45 Ruhepause 17:15 am Handy gewesen und gelesen 17:25 aufgestanden, Teppich "nähpariert" 17:45 Ruhepause 17:55 zurückkehrende Familienmitglieder begrüßt, im Bett unterhalten 18:05 aufgestanden, gemeinsam zu Abend gegessen 18:30 Ruhepause 19:15 im Bett Musik gehört und gelesen 19:50 Ruhepause 20:45 im Bett diesen Artikel geschrieben, unterbrochen von panischem Tochter-Anruf, den Hausschlüssel vergessen zu haben 21:05 Ruhepause, unterbrochen von erleichterter Tochter mit Nachricht, den Schlüssel doch gefunden zu haben 21:45 im Bett liegend diesen Artikel ergänzt 22:00 Ruhepause 22:25 aufgestanden und Nahrungsergänzungsmittel genommen 22:35 im Bett liegend diesen Blogartikel ergänzt 22:45 Ruhepause 23:30 aufgestanden, Zähne geputzt, schlafen gegangen. Und hier nun die Auswertung: 8 Stunden Ruhephase im Bett 3 Stunden Aktivität im Bett liegend 4 Stunden Aktivität außerhalb des Bettes Aha, soso. Nun weiß ich das endlich. Ich meine, war das wirklich zu viel verlangt von meinem Kopf und Gedächtnis, 13 Ruhephasen mit unterschiedlicher Dauer oder 20 Aktivitäten im Kopf grob zusammen zu rechnen? Naja, wohl schon. Übrigens war das Pacing des heutigen Tages etwas suboptimal, ein bisschen zu viel Aktivität und zu wenig Ruhephasen. Sagt mir mein Körpergefühl am Abend, die Anzahl der absolvierten Schritte mit ca. 1.500 aber im üblichen Rahmen. Nun blogge ich schon seit einem Jahr - ich bin immer noch überrascht, dass es/er mir einfach so zugelaufen ist und ich ihn behalten habe. Der/das Blog wächst also seitdem mit jedem Monat um einen Artikel und meine Erfahrungen wachsen mit. Ich lese auch andere Blogs und es gefällt mir, dass sich mir da ganz neue Welten auftun.
Unter alten-Hasen-Bloggern ist so ein Blog übrigens ein Neutrum, für mich war er immer männlich und aktuell klingt denn meinen Ohren beides richtig, nur korrekt durchdeklinieren kann ich ihn/es und seine Pronomen noch nicht (der Duden lässt übrigens beide Geschlechter gelten). Schauen wir mal, wohin es sich entwickelt - oder er/es bleibt genderfluide. Why not. Ich habe mich anlässlich seines Geburtstages einen Monat lang vertieft mit ihm beschäftigt. Manches davon ist jetzt auch auf der Webseiten-Oberfläche verändert, anderes ist unsichtbar im Hintergrund. Meine To Do-Liste umfasste jede Menge Punkte und hier präsentiere ich jetzt die Ta Da-Liste:
Ich habe auch neue Features ausprobiert (Scrollbutton, Galerie), die irgendwie nicht so richtig funktioniert haben. Und dann habe ich auch noch ein paar Dinge herausgefunden, die garantiert nie funktionieren werden, weil einfach nicht machbar mit so einer kostenlosen Baukasten-Software. Zum Beispiel die Dauerwerbung ausblenden. Okay, wenig überraschend. Eine Anzeige der Anzahl der Blogbeiträge pro Kategorie geht auch nicht. Grr. Dark Mode? Nope. Stört sich hier eigentlich jemand am Denglish? Sorry. Ich war irgendwie im Schreibflow. Wird in Zukunft nicht mehr vorkommen. Safe. |
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